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Der ewige K(r)ampf

Es ist traurig. Selbst mit dieser einfachen Seite ist der Internetexplorer, obwohl Produkt einer Firma, die es eigentlich besser wissen sollte, überfordert. Schade für alle, die ihn immernoch benutzen.

Meine Empfehlungen:



  
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Die Ruhe vor dem...

Als gestern dieses wunderbare Bild entstand, waren alle Menschen um mich herum glücklich und erheitert. Den Tag über hatte man eine dörfliche Ruhe genießen dürfen, die eine noch höhere Qualität hatte als die gewöhnliche Ruhe in einem Dorf.


Kaum ein Auto lässt sich blicken, wenige Wanderer verschwinden schnell im Wald und die üblichen Verdächtigen, die immer an der selben Stelle in/über/unter/neben/vor/hinter ihrem Haus zu finden und zu grüßen sind, beschäftigen sich ausführlich mit der Bedienungsanleitung für ihren Grill.

Es ist also eine Ruhe die ihresgleichen sucht, wenn man durch M. geht empfindet man ein leicht mulmiges Gefühl, das man so wohl nur in einigen Dörfern im östlichsten Teil des Landes zu empfinden vermag.

Zugegeben, das war übertrieben, trotzdem assoziierte ich mich gestern kurzzeitig, unbewusst und spontan in einem Geisterdorf.

Einzig und allein die ewig nervtötenden Traktoren mit Anhängern, vollbesetzt mit Kleinkindern, unter ihnen auch erwachsene ihrer Art, bahnen sich ihren langen Weg mit zehn Km/h durch das Dorf.

Dorffest


Der Mai ist da. Welch netter Anlass, zusammen zu kommen und die Dorfgemeinschaft zu pflegen.


Für mich war der Reiz, den der Vorplatz des Feuerwehrgerätehauses an diesem Tag ausstrahlte jedoch eher die Currywurst mit Pommes, die mein mittägliches Hungergefühl befriedigen sollte.

Zunächst treffe ich auf Absperrungen (Foto), die für Autos gedacht sind, um die betrunkenen Betrunkenen in gewissen Bereichen des Dorfes vor Autos zu schützen. Oder umgekehrt. Jedenfalls laufe ich zunächst am Eiswagen, der eigens von außerhalb organisiert wurde vorbei und bekomme sofort Mitleid mit dem mir bekannten echten Italiener, der sich nicht nur nicht über nicht vorhandene Kundschaft aufregen darf, sondern auch noch gefühlte 87 verschiedene Texte auf die Melodie des Zillertaler Hochzeitsmarsches über sich ergehen lassen muss. Die Boxen des "DJs" sind glücklicherweise wenige Meter vom Eiswagen entfernt direkt in dessen Richtung aufgestellt.

Ich verfüge wahrlich nicht über mediteranes Temperament wie es beim italienischen Eisverkäufer zu finden ist, nach einer halben Stunde des Stehens und Essens an einem zum Tisch umfunktionierten Baumstamm jedoch entscheide ich mich, unauffällig die Flucht zu ergreifen.

Ich verabschiede mich bei einzelnen Gruppen, die volltrunken nochmal stolz ihren Maibaum präsentieren und verschwinde wieder hinter der Absperrung.

Currywurst und Pommes waren übrigens sehr gut.

Eindringlinge

Beim regelmäßigen Joggen im "Muttert" (Foto) fällt mir oftmals zweierlei auf: Es scheint nur einen ebenerdigen Grund mit einer Länge von mehr als 500 Metern in M. zu geben und Hundebesitzern ist ob ihrer Fähigkeit ihr Getier zu erziehen zu misstrauen.


Darüber hinaus stelle ich immer wieder fest, dass man im Dorfkern grundsätzlich dieselben fünf Gesichter zu Gesicht bekommt, während die Gesichter der Menschen im Wald eine signifikante Abweichung zu den Gesichtern der Dorföffentlichkeit aufweisen. Immer wieder grüße ich also Menschen, die meine Synapsenaktivität sogleich auf Hochtouren bringen, da ich verzweifelt versuche, ein Pendant der Vergangenheit zu finden und zuzuordnen.

So war es auch gestern. Eine junge Frau, etwas älter als ich, betritt mit einem Dackel über einen Schleichweg den offiziellen Dorfwanderpfad, grüßt mich telefonierenderweise und setzt ihren Weg fort.

Da, wie beschrieben, der Muttert einer der wenigen Wege ist, der ebenerdig verläuft, laufe ich diese Strecke diverse Male hin und her, was zwangsläufig zu insgesamt drei Begegnungen mit besagter Frau führt. Nicht ein einziges Mal begegne ich ihr, ohne dass sie telefoniert.

Das Tragische daran ist, dass ich den Hund nicht einschätzen kann und sie ihn gute 50 Meter vor sich her laufen lässt, ohne ihn weiter zu beachten. Erst vor kurzem hat mich auf diesem Weg ein Monster von einem Hund angefallen, daher verhalte ich mich nun grundsätzlich misstrauisch.

Den Hund schert das herzlich wenig, Manieren beweist er aber trotzdem nicht: Zwei der drei Begegnungen überspielt er gekonnt indem er sich auf den Weg setzt und seinen Stoffwechselvorgang zu einem höchst erfolgreichen Abschluss bringt.

La Vernissage

Der Leistungskurs Kunst lud ein und Wogi und ich ließen uns nicht lumpen, die Vernissage war Pflichtprogramm für Jahrgangspatrioten wie uns. 


Wir treffen uns also auf dem Pertuis-Parkplatz, von den Einheimischen, oftmals der französischen Sprache nicht mächtigen Bewohnern liebevoll auch Pertusi-Parkplatz genannt, und machen uns auf den Weg in Richtung Innenstadt.

Es gab es Sekt und Schnittchen, aber auch alkoholfreies und Süßes. Wir waren jedenfalls durchaus begeistert von der Arbeit unserer Mitschüler und -innen, weniger jedoch von den langatmigen, dafür aber durchaus gut auswendig gelernten Reden von Lehrern, Schülern und sonstigen Anzugträgern. Wir gehörten übrigens auch zu letzteren, allerdings ohne Reden zu halten.

Mit dem gemeinen Fußvolk jedenfalls gaben wir uns so wenig wie möglich ab, ein bisschen möchte man dann doch den eigenen Stand demonstrieren. Das perfekte Bild das wir abgaben wurde nur kurz getrübt, selbstverständlich nicht von mir, sondern von Herrn Wogi, der ungeschickter Weise erwähnte, sich gut vorstellen zu können, die Fotogramme in seinem Zimmer aufzuhängen.

Damit war unser Image vom Eigenheimbesitzer natürlich sofort zerstört und der Blick der Dame, die uns heimlich zugehört hatte signalisierte genau das auf unheimlich ernüchternde Art und Weise.

Das heutige Bild hat damit natürlich gar nichts zu tun, wurde aufgenommen im Billards und hat einen gewissen künstlerischen Anspruch, wie ich meine.

Ein Spinnenleben

Immer wieder sieht man ja diese erschreckenden Reportagen im Fernsehen, die die katastrophalen Zustände in Deutschlands Restaurantküchen belegen.


Ein gut bürgerliches Restaurant, dass sich in Bezug auf Hygiene bisher immer bezahlt gemacht hat, lockt meine Großeltern und ihre Begleitung (also mich) heute an. Wir bestellen Getränke, unterhalten uns und plötzlich bemerke ich eine Bewegung vor meinem Kopf.

Entgegen aller Erwartungen was Hygiene betrifft, seilt sich in einer Seelenruhe sondergleichen eine Spinne circa zwei Zentimeter vor meiner Nase zielstrebig in Richtung Getränk ab, bricht ihr Únternehmen kurz vor Erreichen des Zieles jedoch ab und verkürzt den Faden um ein nicht unerhebliches Stück, sodass sie fast direkt unter der Zimmerdecke ein Plätzchen zum verweilen findet.

Kurz darauf habe ich sie wieder vor der Nase.

Darauf folgt der verzweifelte Versuch meinerseits, die Spinne mittels Makromodus zu fotografieren, was nur in Ansätzen gelingt, da sie plötzlich ins Schlingern gerät und abzustürzen droht. Einige Schnappschüsse, keiner davon scharf, und kurz vor dem entscheidenden Foto werde ich unterbrochen: Die Vorspeise wird serviert, die Kellnerin entdeckt die Spinne und entfernt sie elegant und unauffällig. Niemand hätte es bemerkt, hätte ich nicht die Aufmerksamkeit auf die Szenerie gelenkt.

Die Spinne jedenfalls hat den Tag nicht mehr überlebt.

Nachbarn

Das Klischee der fundamentlosen Informationsweitergabe innerhalb von Dorfgemeinschaften soll auch hier Platz finden.


Seit einiger Zeit wohnen in einem architektonischem Meisterwerk von einem Neubau, dass aufgrund seiner Lage nicht zur Geltung kommt, neue Nachbarn . Ich schreibe bewusst "wohnen", da "leben" und "wohnen" durchaus ein Unterschied sind. Die Menschen haben Obdach gefunden, die Dorfgemeinschaft ist in der Statistik um Mitglieder reicher geworden, in der Realität bewegen sich diese Menschen jedoch nur auf eigenem Grund und Boden oder besuchen andere Dörfer und/oder Städte.

Stil haben sie auf jeden Fall bewiesen, leider keinen sehr ins Bild passenden.
Kommen wir zurück auf den Klatsch und Tratsch des Eingangssatzes: Was mich immer wieder wundert ist die Nachtaktivität wie auch die Tagaktivität meiner lieben Mitmenschen.

Egal ob Nachts um halb drei (auch unter der Woche), oder morgens um halb neun: Immer sind Licht und/oder Menschen zu sehen.

Entweder arbeiten sie im Schichtdienst um uns zu verwirren oder sie sind Außerirdische.

M.

Ein Tag, den Ereignissen nahezu überdrüssig, auch wenn er es eigentlich nicht vermuten ließ. 


Morgens mit dem Volkswirt auf der Jagd nach einem passenden Present zum Anlasse des Wiegenfestes eines Bekannten bis in die weitaus größere Stadt als die große Stadt gefahren, versprach der Tag schon früh mit tiefgründigen Gesprächen zu brillieren.

Besagtes Ereignis führte mich mit einigen bekannten Gesichtern zusammen, derer ich mich in letzter Zeit ein wenig entfremdet hatte und ließ das ein oder andere unerwartete Gespräch aufkommen.

Schluss mit dem Geschwalle, es tat einfach gut zu erörtern, zu diskutieren und zu streiten bis die Erschöpfung der erreichten Sinnlosigkeit Tribut verlangte. Die Privatsphäre des Dörflers war Thema, das unangenehme Gefühl, Wohn- und Geisteseigentum für eigentlich gute Bekannte zu öffnen.

Da wächst man mit Menschen von Geburt an auf, durchläuft Kindergarten, Sonntagsschule, Jungschar, Bandenkriminalität und ähnliches, was übrig bleibt ist ein ungesundes Misstrauen hinter der Fassade des offenherzigen und nachbarschaftliebenden Weggefährten, ob man nun etwas zu verbergen hat oder nicht bleibt zweitrangig.

Es gibt viel Liebenswertes hier, die Mentalität der eigentlich so bekannten Gesichter, derer man sich so schnell entfremden kann, gehört in den seltensten Fällen dazu. Wer bringt schon das nötige Vertrauen als Weg zum Vertrauen auf?

Der Mieter und ich stehen noch lange die Lungen teerend auf der Terasse und schweigen und/oder rätseln. Dabei betrachten wir das im Dunkel liegende nebelverhangene Wildschweinland.

Irgendjemand hat diesen unsäglichen Jägerhochsitz wieder aufgebaut.

Bild: Der Volkswirt, in Diskussionen vertieft.

Lebensraum Dornbusch

Was das heutige Bild zeigt ist einfach erschreckend. Ein Bild der Verwüstung, gar der Ausrottung bietet sich dem ahnungslosen Dorfbewohner und friedvollen Spaziergänger, besonders in direkter Nähe des "Panoramaweges".


Gestrüpp und Dorn gehören zu den wohl häufigsten und bezeichnensten Merkmalen von Natur und viel zu oft auch menschlicher Überzeugung und Ansicht in M., und dass wir die Grünen endlich im Gemeindeparlament begrüßen können sollten beweisen die jüngsten Ereignisse im dörflichen Neubaugebiet.

Ein Traktor mit Häcksler, eine Art Buschschnecke, zermalmt die letzten wilden Dornbüsche an den vielbewachsenen Hängen der neubebauten Wohngebiete des Dorfes und gräbt sie unter die Erde wie Oma Sahne in ihrem Nachtisch unterrührt.

Besonders schmerzt mich diese arglose Naturzerstörung weil ich mich emotional sehr an diese Gebiete gebunden sehe.

Achtung, Floskel: Es kommt mir vor wie gestern, als ich mit unerschrockenen Mannen durch diese Büsche kroch, bewaffnet mit Heckenschere, Brettern und Nägeln. In komplizierten Hierachien geordnete verfeindete Banden bauten regelrechte Gänge und Hüttchen in eben jene Büsche, die jetzt so gedankenlos dem Erdboden gleich gemacht werden.

Den Gegner einzuschüchtern und fremde Hüttchen zu "fetzen" war ein Hauptspaß in früheren Tagen, immer die Angst vor dem Schwarzwild, dem wir mehr als einmal begegneten, im Rücken, während das derzeitige Schauspiel lediglich einmal mehr gelangweilte Bewohner zu Touristen im eigenen Dorf macht. Fünf Eingeborene aller Altersklassen stehen mittlerweile 24/7 oben am Hang und überwachen peinlich genau den korrekten Ablauf der Arbeiten.

Ich glaube nicht, dass jemand von ihnen ähnliche Gedanken verfolgt wie ich, außer dem Volkswirt, der früher mein Chef war und heute direkt am Hang über seinem früheren Reich wohnt.

Ohne Worte (4)



Entdeckt in einem Partykeller in H.

Abhüter

In ländlichen Gegenden kommt es nicht selten vor, dass man auf bis zu vier Generationen der selben Familie trifft. Und so kommt es, dass ich nach einem ausgiebigen Spaziergang meine Großeltern besuche, die, wie so oft, mit wunderbaren Anekdoten vergangener Dorftage auftrumpfen können.


Zugpferd und Motor der hiesigen Wirtschaft war vor allem die Arbeit der Landwirte, derer noch zwei standhaft und gegen die Zeit kämpfend übrig geblieben sind.

Hautnah darf ich Überbleibsel der ehemals so existenziellen Agrarwissenschaft bewundern, als ich einen Abstecher in die (noch) unzivilisierten Gegenden des Dorfes mache. Mittels Rindviecher abgehütete Wiesen und meterhohe Pferdeapfelhaufen zieren die Landschaft, ein Reh sucht fluchtartig das Weite, als es mich erspäht und der Elektrozaun meines Vertrauens hat offensichtlich den Geist aufgegeben. Hier, mitten im Nichts, dem Nevada Mittelhessens, fernab jeglichen Handyempfanges, steht plötzlich eine Kuh direkt vor mir. Eher selten mit solchen Situationen konfrontiert, merke ich, wie ein leicht flaues Gefühl in meiner Magengegend aufkommt und beschließe, mich so unauffällig wie möglich zu verhalten. 

Ich mache einen rießen Bogen um das Tier, dass mit dem Abhüten der Wiese beschäftigt ist, und hoffe inständig darauf, dass das Endprodukt der Verdauung noch etwas auf sich warten lässt. Ich habe Glück, entdecke auch keine Artgenossen des Widerkäuers mehr und mache nach 20 Minuten an der nächsten Wiese halt, um wenigstens überhaupt ein Foto von Kühen machen zu können.

Bliss Kopp

Während eines ausgiebigen Spazierganges durch den Dorfkern und das unberührte Wildschweinland kommt eine Vielzahl an Erkenntnissen in mir auf, die ich nicht erwartet hätte. Zu Beginn meiner Bloggerkarriere stand ich meinem Vorhaben, ein Blog über das Leben in einem Dorf zu starten und dieses langfristig fortzuführen, eher skeptisch gegenüber. Groß war die Befürchtung, aufgrund nicht vorhandener Vitalität keine Themen oder nennenswerte Ereignisse zu finden. Doch ich wurde eines Besseren belehrt: Ich muss nur rausgehen, das Dorf durchlaufen, den Menschen begegnen, ganz so wie heute. Zwei Paare mittleren Alters und eine Spaziergängerin mit Hund treffe ich im unberührten Teil der Landschaft um M. herum, alle fünf verbinden die roten Nasen, das Schnaufen aufgrund des anstrengenden Erklimmens unserer Berg- und Tallandschaft und ich reihe mich wahrscheinlich in vollendetem Perfektionismus in die Reihe ein. Jede der Personen die ich heute treffen soll wird mich fröhlich lächelnd begrüßen und so entsteht eine Dorfromantik, die den Rest der Welt gänzlich ausblendet und wirklich niemand würde in diesen Situationen an Dritte Welt, globale Erwärmung oder Putin denken. Das ist es, was ich an M. so schätze: Es gibt kaum einen besseren Ort, an den man sich zurückziehen und alles andere ausblenden kann. Das Foto zeigt die Vollendung dieser Gedanken: M. ergießt sich malerisch ins Tal, es scheint, als habe es die Landschaft niemals ohne dieses kleine Dorf gegeben.


Als ich später, von Gedanken über die dörfliche Lebensart getrieben, durch die Bachstraße flaniere, begegnet mir G., ein Orginal von einem Eingeborenen, seines Zeichens Rentner und in Begriff, einen Abendspaziergang zu starten.

Gleich nachdem er mich erkannt hat, kommt er auf mich zu und beginnt ein Gespräch, weist mich noch zurecht, da ich bei diesen arktischen Temperaturen keine Kopfbedenkung trage und lässt mich dann, nachdem er seinen rot/grau/grün-karierten Hut (der ebenfalls nicht gerade wärmespendend aussieht) zurechtgerückt hat, zurück, um seinen Weg durch das noch immer leicht verschneite Dorf fortzusetzen.

Immer wieder stelle ich fest, dass ich das Dorfleben unterschätze und sehr wohl erleb- und verewigbares in diesen Regionen geschieht.

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