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Der ewige K(r)ampf

Es ist traurig. Selbst mit dieser einfachen Seite ist der Internetexplorer, obwohl Produkt einer Firma, die es eigentlich besser wissen sollte, überfordert. Schade für alle, die ihn immernoch benutzen.

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M.

Ein Tag, den Ereignissen nahezu überdrüssig, auch wenn er es eigentlich nicht vermuten ließ. 


Morgens mit dem Volkswirt auf der Jagd nach einem passenden Present zum Anlasse des Wiegenfestes eines Bekannten bis in die weitaus größere Stadt als die große Stadt gefahren, versprach der Tag schon früh mit tiefgründigen Gesprächen zu brillieren.

Besagtes Ereignis führte mich mit einigen bekannten Gesichtern zusammen, derer ich mich in letzter Zeit ein wenig entfremdet hatte und ließ das ein oder andere unerwartete Gespräch aufkommen.

Schluss mit dem Geschwalle, es tat einfach gut zu erörtern, zu diskutieren und zu streiten bis die Erschöpfung der erreichten Sinnlosigkeit Tribut verlangte. Die Privatsphäre des Dörflers war Thema, das unangenehme Gefühl, Wohn- und Geisteseigentum für eigentlich gute Bekannte zu öffnen.

Da wächst man mit Menschen von Geburt an auf, durchläuft Kindergarten, Sonntagsschule, Jungschar, Bandenkriminalität und ähnliches, was übrig bleibt ist ein ungesundes Misstrauen hinter der Fassade des offenherzigen und nachbarschaftliebenden Weggefährten, ob man nun etwas zu verbergen hat oder nicht bleibt zweitrangig.

Es gibt viel Liebenswertes hier, die Mentalität der eigentlich so bekannten Gesichter, derer man sich so schnell entfremden kann, gehört in den seltensten Fällen dazu. Wer bringt schon das nötige Vertrauen als Weg zum Vertrauen auf?

Der Mieter und ich stehen noch lange die Lungen teerend auf der Terasse und schweigen und/oder rätseln. Dabei betrachten wir das im Dunkel liegende nebelverhangene Wildschweinland.

Irgendjemand hat diesen unsäglichen Jägerhochsitz wieder aufgebaut.

Bild: Der Volkswirt, in Diskussionen vertieft.

Fremdschämen

Der Mensch ist mit der Gabe des Schämens ausgestattet. Das ist gut so, viele Menschen schützt diese Veranlagung vor allzu großer Verachtung begründeter oder unbegründeter Art, ausgehend von Gesellschaft und dem verkappten Nachbarn, um  dessen Meinung man sich ja eh nicht schert.


Andere Menschen verausgaben sich im Dschungelcamp, das Schamgefühl von Geldnot überschattet, oder legen einen Seelenstripties bei Frauentausch hin., weshalb auch immer. Heute jedenfalls zeigte RTL 2 zum Ende der aktuellen Folge die Anfänge des kurz darauf unweigerlich folgenden Liebesspiels zweier Menschen, die sich eigentlich schon längst auseinandergelebt hatten.

Mich erschreckt dabei eigentlich nur noch der Unterhaltungsfaktor solcher Sendungen. Klar, jeder von uns behauptet, Sendungen wie diese lägen unter seinem Niveau, keiner kennt die Formate wirklich im Detail, aber irgendwie habe ich immer wieder das Gefühl, fast jeder kann mitreden.

Und ganz ehrlich: Ja, es macht Spaß! Gerade, wenn man es gemeinschaftlich konsumiert und sich in höheren Wogen des Niveaus zu wägen meint. Und wenn man einen Mieter hat, dessen Abspielgerät über einen ganzen Meter Bildschirmdiagonale verfügt.

Leugnen Sie ruhig weiterhin ihre Kenntnisse der deutschen Sendeformate. Ich glaube Ihnen kein Wort!

PS: Das heutige Bild zeigt einen meiner liebsten Dekorationsgegenstände in des Mieters Wohnung.

Nachtleben (2)

Entscheide mich gestern abend dazu, den Mieter kurz aufzusuchen. Ein paar kleine Unterhaltungen hie und da über Dieses und Jenes finden statt und kurz bevor ich wieder hochgehe, um noch etwas zu essen zu machen, hält mich der Mieter auf und fragt mich, ob ich es schon gesehen habe. "Was gesehen?" forsche ich nach, woraufhin er mir antwortet, der Jägerhochsitz sei verschwunden.


Der traditionelle Blogleser errinnert sich mit Sicherheit, dass der Hochsitz erst vor kurzem wie aus dem Nichts aufgetaucht ist und nun offensichtlich genauso wieder verschwunden ist. Es passieren Dinge in M., die sind mir nicht geheuer. Normalerweise kämpft so ein Ding mindestens 1000 Jahre gegen Wind, Wetter, Mensch und Tier.

Einige Minuten starren wir noch ungläubig auf die gegenüberliegende Seite des Tals, um dann in quälender Ungewissheit selbst von der Nacht verschluckt zu werden.

PS: Der Beitrag von heute ließ ein wenig auf sich warten, da ich noch ein Foto vom nebelverhangenen Wildschweinland machen wollte.

Lawinengefahr

Wie bereits erwähnt neigt der gemeine Eigenheimbesitzer hierzulande mittlerweile stark zur Umstellung der Energieversorgung des eigenen Haushalts. Besonders neue Häuser, ganz im Stil der Jahrtausendwende, werden nach und nach mit Solaranlagen (Foto), Pelletheizungen, Erdwärme und Wärmedämmung ausgestattet. 


Nun verhält es sich allerdings so, dass sich diese sonst so nützlichen Utensilien immer öfter als Wolf im Schafspelz entpuppen. Bestes Beispiel hierfür sind die Solarzellen auf den optimalerweise in einem Winkel von 30° zur Sonne ausgerichteten Dächern. Erzeugen sie im Frühjahr, Sommer und Herbst elektrische Energie vom Feinsten, begehen sie im Winter Attentate auf ahnungslose Menschen, die sich in der Regel keiner Schuld bewusst sind.

Heute konnte man vor vielen Häusern wieder Schneehäufchen entdecken, die einem lawinenartigem Schneerutsch aus Richtung des Daches zuzuschreiben sind. Die Zellen sind einfach zu glatt, für den Schnee ist es ab einem gewissen Gewicht unmöglich, auf den Zellen zu haften. Der Leidtragende ist in der Regel der ahnungslose Briefträger, von dem man nun wirklich nicht verlangen kann, dass er sich jedes einzelne Haus mit Solaranlage merkt. Auch der Mieter hat seine liebe Not, seine Rauchterasse gehört zu den Hauptattraktionen der Lawinengefahr im Mittelgebirge Hessens.

Wirklich erheiternd an der ganzen Sache ist nur das Geräusch des vor das Haus plumpsenden Schnees.

Nachtleben (1)

Entscheide mich gestern abend dazu, den Mieter kurz aufzusuchen. Gelegentlich lade ich mich ganz penetrant bei ihm ein, da er direkt unter uns wohnt und ein rießiges Fernsehgerät in seinem Singlehaushalt betreibt. Ich wage die kühne Behauptung, nahezu jedes Nachtprogrammrätsel in Rekordzeit lösen zu können, es sei denn, der Mieter leistet Übermenschliches und das passiert für meinen Geschmack definitiv zu oft. Das Rauchen und gelegentlicher Weinkonsum gehören ebenfalls zu den gemeinsamen Aktivitäten, ebenso wie intensiver Meinungsaustausch und gegenseitiges Beratschlagen. Gestern abend stehen wir also auf der Terasse und schauen über das Tal hinweg auf die gegenüberliegenden, schützenden, baumbevölkerten Hügel des nebelverhangenen Wildschweinreiches, in dem wir uns hier befinden. Dem Mieter und seiner Beobachtungsgabe entgeht kein Detail der scheinbar nicht vorhandenen Ereignisse auf der Gegenseite und so registriert er plötzlich zwei Scheinwerfer, die sich ihren Weg durch die Nacht (und das nebelverhangene Wildschweinreich) bahnen. Da sich der Autoverkehr in diesen Teilen der Ländereien des Dorfes für gewöhnlich in Grenzen hält, behalten wir die Situation und ihre Entwicklung sicherheitshalber im Blick und werden gleich darauf für unser Ausharren belohnt: Die Scheinwerferkegel erlöschen, kurz darauf erhellt eine Taschenlampe die dunkle Umgebung. Etwas hektisch, ja, nahezu getrieben wirkt das Spiel des Lichtes in der Nacht. "Vielleicht ist das der Jäger," mutmaßt der Mieter, "der gerade ein Tier geschossen hat und es jetzt sucht." Eine recht naheliegende Vermutung, die uns als Erklärung für die seltsamen Vorkommnisse ausreicht. "Da hinten steht nämlich seit neustem ein Jägerhochsitz", klärt mich der Mieter noch über die jüngsten Entwicklungen im Forstbereich auf. Unglaublich, ich habe bisher tatsächlich nichts davon mitbekommen. Ich sollte wieder mehr am Dorfleben teilnehmen. Einige Minuten verfolgen wir das Spektakel noch, um dann in quälender Ungewissheit selbst von der Nacht verschluckt zu werden.


Das Bild zeigt zwar nicht den Jägerhochsitz, aber das Nachtleben im Dorfkern wird trotzdem in vielerlei Facetten illustriert.

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