Umzug!

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Der ewige K(r)ampf

Es ist traurig. Selbst mit dieser einfachen Seite ist der Internetexplorer, obwohl Produkt einer Firma, die es eigentlich besser wissen sollte, überfordert. Schade für alle, die ihn immernoch benutzen.

Meine Empfehlungen:



  
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Eindringlinge

Beim regelmäßigen Joggen im "Muttert" (Foto) fällt mir oftmals zweierlei auf: Es scheint nur einen ebenerdigen Grund mit einer Länge von mehr als 500 Metern in M. zu geben und Hundebesitzern ist ob ihrer Fähigkeit ihr Getier zu erziehen zu misstrauen.


Darüber hinaus stelle ich immer wieder fest, dass man im Dorfkern grundsätzlich dieselben fünf Gesichter zu Gesicht bekommt, während die Gesichter der Menschen im Wald eine signifikante Abweichung zu den Gesichtern der Dorföffentlichkeit aufweisen. Immer wieder grüße ich also Menschen, die meine Synapsenaktivität sogleich auf Hochtouren bringen, da ich verzweifelt versuche, ein Pendant der Vergangenheit zu finden und zuzuordnen.

So war es auch gestern. Eine junge Frau, etwas älter als ich, betritt mit einem Dackel über einen Schleichweg den offiziellen Dorfwanderpfad, grüßt mich telefonierenderweise und setzt ihren Weg fort.

Da, wie beschrieben, der Muttert einer der wenigen Wege ist, der ebenerdig verläuft, laufe ich diese Strecke diverse Male hin und her, was zwangsläufig zu insgesamt drei Begegnungen mit besagter Frau führt. Nicht ein einziges Mal begegne ich ihr, ohne dass sie telefoniert.

Das Tragische daran ist, dass ich den Hund nicht einschätzen kann und sie ihn gute 50 Meter vor sich her laufen lässt, ohne ihn weiter zu beachten. Erst vor kurzem hat mich auf diesem Weg ein Monster von einem Hund angefallen, daher verhalte ich mich nun grundsätzlich misstrauisch.

Den Hund schert das herzlich wenig, Manieren beweist er aber trotzdem nicht: Zwei der drei Begegnungen überspielt er gekonnt indem er sich auf den Weg setzt und seinen Stoffwechselvorgang zu einem höchst erfolgreichen Abschluss bringt.

M.

Ein Tag, den Ereignissen nahezu überdrüssig, auch wenn er es eigentlich nicht vermuten ließ. 


Morgens mit dem Volkswirt auf der Jagd nach einem passenden Present zum Anlasse des Wiegenfestes eines Bekannten bis in die weitaus größere Stadt als die große Stadt gefahren, versprach der Tag schon früh mit tiefgründigen Gesprächen zu brillieren.

Besagtes Ereignis führte mich mit einigen bekannten Gesichtern zusammen, derer ich mich in letzter Zeit ein wenig entfremdet hatte und ließ das ein oder andere unerwartete Gespräch aufkommen.

Schluss mit dem Geschwalle, es tat einfach gut zu erörtern, zu diskutieren und zu streiten bis die Erschöpfung der erreichten Sinnlosigkeit Tribut verlangte. Die Privatsphäre des Dörflers war Thema, das unangenehme Gefühl, Wohn- und Geisteseigentum für eigentlich gute Bekannte zu öffnen.

Da wächst man mit Menschen von Geburt an auf, durchläuft Kindergarten, Sonntagsschule, Jungschar, Bandenkriminalität und ähnliches, was übrig bleibt ist ein ungesundes Misstrauen hinter der Fassade des offenherzigen und nachbarschaftliebenden Weggefährten, ob man nun etwas zu verbergen hat oder nicht bleibt zweitrangig.

Es gibt viel Liebenswertes hier, die Mentalität der eigentlich so bekannten Gesichter, derer man sich so schnell entfremden kann, gehört in den seltensten Fällen dazu. Wer bringt schon das nötige Vertrauen als Weg zum Vertrauen auf?

Der Mieter und ich stehen noch lange die Lungen teerend auf der Terasse und schweigen und/oder rätseln. Dabei betrachten wir das im Dunkel liegende nebelverhangene Wildschweinland.

Irgendjemand hat diesen unsäglichen Jägerhochsitz wieder aufgebaut.

Bild: Der Volkswirt, in Diskussionen vertieft.

Lebensraum Dornbusch

Was das heutige Bild zeigt ist einfach erschreckend. Ein Bild der Verwüstung, gar der Ausrottung bietet sich dem ahnungslosen Dorfbewohner und friedvollen Spaziergänger, besonders in direkter Nähe des "Panoramaweges".


Gestrüpp und Dorn gehören zu den wohl häufigsten und bezeichnensten Merkmalen von Natur und viel zu oft auch menschlicher Überzeugung und Ansicht in M., und dass wir die Grünen endlich im Gemeindeparlament begrüßen können sollten beweisen die jüngsten Ereignisse im dörflichen Neubaugebiet.

Ein Traktor mit Häcksler, eine Art Buschschnecke, zermalmt die letzten wilden Dornbüsche an den vielbewachsenen Hängen der neubebauten Wohngebiete des Dorfes und gräbt sie unter die Erde wie Oma Sahne in ihrem Nachtisch unterrührt.

Besonders schmerzt mich diese arglose Naturzerstörung weil ich mich emotional sehr an diese Gebiete gebunden sehe.

Achtung, Floskel: Es kommt mir vor wie gestern, als ich mit unerschrockenen Mannen durch diese Büsche kroch, bewaffnet mit Heckenschere, Brettern und Nägeln. In komplizierten Hierachien geordnete verfeindete Banden bauten regelrechte Gänge und Hüttchen in eben jene Büsche, die jetzt so gedankenlos dem Erdboden gleich gemacht werden.

Den Gegner einzuschüchtern und fremde Hüttchen zu "fetzen" war ein Hauptspaß in früheren Tagen, immer die Angst vor dem Schwarzwild, dem wir mehr als einmal begegneten, im Rücken, während das derzeitige Schauspiel lediglich einmal mehr gelangweilte Bewohner zu Touristen im eigenen Dorf macht. Fünf Eingeborene aller Altersklassen stehen mittlerweile 24/7 oben am Hang und überwachen peinlich genau den korrekten Ablauf der Arbeiten.

Ich glaube nicht, dass jemand von ihnen ähnliche Gedanken verfolgt wie ich, außer dem Volkswirt, der früher mein Chef war und heute direkt am Hang über seinem früheren Reich wohnt.

Nachtleben (2)

Entscheide mich gestern abend dazu, den Mieter kurz aufzusuchen. Ein paar kleine Unterhaltungen hie und da über Dieses und Jenes finden statt und kurz bevor ich wieder hochgehe, um noch etwas zu essen zu machen, hält mich der Mieter auf und fragt mich, ob ich es schon gesehen habe. "Was gesehen?" forsche ich nach, woraufhin er mir antwortet, der Jägerhochsitz sei verschwunden.


Der traditionelle Blogleser errinnert sich mit Sicherheit, dass der Hochsitz erst vor kurzem wie aus dem Nichts aufgetaucht ist und nun offensichtlich genauso wieder verschwunden ist. Es passieren Dinge in M., die sind mir nicht geheuer. Normalerweise kämpft so ein Ding mindestens 1000 Jahre gegen Wind, Wetter, Mensch und Tier.

Einige Minuten starren wir noch ungläubig auf die gegenüberliegende Seite des Tals, um dann in quälender Ungewissheit selbst von der Nacht verschluckt zu werden.

PS: Der Beitrag von heute ließ ein wenig auf sich warten, da ich noch ein Foto vom nebelverhangenen Wildschweinland machen wollte.

Abhüter

In ländlichen Gegenden kommt es nicht selten vor, dass man auf bis zu vier Generationen der selben Familie trifft. Und so kommt es, dass ich nach einem ausgiebigen Spaziergang meine Großeltern besuche, die, wie so oft, mit wunderbaren Anekdoten vergangener Dorftage auftrumpfen können.


Zugpferd und Motor der hiesigen Wirtschaft war vor allem die Arbeit der Landwirte, derer noch zwei standhaft und gegen die Zeit kämpfend übrig geblieben sind.

Hautnah darf ich Überbleibsel der ehemals so existenziellen Agrarwissenschaft bewundern, als ich einen Abstecher in die (noch) unzivilisierten Gegenden des Dorfes mache. Mittels Rindviecher abgehütete Wiesen und meterhohe Pferdeapfelhaufen zieren die Landschaft, ein Reh sucht fluchtartig das Weite, als es mich erspäht und der Elektrozaun meines Vertrauens hat offensichtlich den Geist aufgegeben. Hier, mitten im Nichts, dem Nevada Mittelhessens, fernab jeglichen Handyempfanges, steht plötzlich eine Kuh direkt vor mir. Eher selten mit solchen Situationen konfrontiert, merke ich, wie ein leicht flaues Gefühl in meiner Magengegend aufkommt und beschließe, mich so unauffällig wie möglich zu verhalten. 

Ich mache einen rießen Bogen um das Tier, dass mit dem Abhüten der Wiese beschäftigt ist, und hoffe inständig darauf, dass das Endprodukt der Verdauung noch etwas auf sich warten lässt. Ich habe Glück, entdecke auch keine Artgenossen des Widerkäuers mehr und mache nach 20 Minuten an der nächsten Wiese halt, um wenigstens überhaupt ein Foto von Kühen machen zu können.

Nachtleben (1)

Entscheide mich gestern abend dazu, den Mieter kurz aufzusuchen. Gelegentlich lade ich mich ganz penetrant bei ihm ein, da er direkt unter uns wohnt und ein rießiges Fernsehgerät in seinem Singlehaushalt betreibt. Ich wage die kühne Behauptung, nahezu jedes Nachtprogrammrätsel in Rekordzeit lösen zu können, es sei denn, der Mieter leistet Übermenschliches und das passiert für meinen Geschmack definitiv zu oft. Das Rauchen und gelegentlicher Weinkonsum gehören ebenfalls zu den gemeinsamen Aktivitäten, ebenso wie intensiver Meinungsaustausch und gegenseitiges Beratschlagen. Gestern abend stehen wir also auf der Terasse und schauen über das Tal hinweg auf die gegenüberliegenden, schützenden, baumbevölkerten Hügel des nebelverhangenen Wildschweinreiches, in dem wir uns hier befinden. Dem Mieter und seiner Beobachtungsgabe entgeht kein Detail der scheinbar nicht vorhandenen Ereignisse auf der Gegenseite und so registriert er plötzlich zwei Scheinwerfer, die sich ihren Weg durch die Nacht (und das nebelverhangene Wildschweinreich) bahnen. Da sich der Autoverkehr in diesen Teilen der Ländereien des Dorfes für gewöhnlich in Grenzen hält, behalten wir die Situation und ihre Entwicklung sicherheitshalber im Blick und werden gleich darauf für unser Ausharren belohnt: Die Scheinwerferkegel erlöschen, kurz darauf erhellt eine Taschenlampe die dunkle Umgebung. Etwas hektisch, ja, nahezu getrieben wirkt das Spiel des Lichtes in der Nacht. "Vielleicht ist das der Jäger," mutmaßt der Mieter, "der gerade ein Tier geschossen hat und es jetzt sucht." Eine recht naheliegende Vermutung, die uns als Erklärung für die seltsamen Vorkommnisse ausreicht. "Da hinten steht nämlich seit neustem ein Jägerhochsitz", klärt mich der Mieter noch über die jüngsten Entwicklungen im Forstbereich auf. Unglaublich, ich habe bisher tatsächlich nichts davon mitbekommen. Ich sollte wieder mehr am Dorfleben teilnehmen. Einige Minuten verfolgen wir das Spektakel noch, um dann in quälender Ungewissheit selbst von der Nacht verschluckt zu werden.


Das Bild zeigt zwar nicht den Jägerhochsitz, aber das Nachtleben im Dorfkern wird trotzdem in vielerlei Facetten illustriert.

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