Umzug!
Der ewige K(r)ampf
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2:05 Uhr, Westerwaldstraße, Tankstelle.
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Es gibt Momente im Leben, die definitiv nicht mit dem bis dahin als möglich erachteten übereinstimmen. So komme ich also in die bizarre Situation, einen Anruf von Wogi zu erhalten, der mich dazu einläd, mit nach Marburg zu fahren.

Der Mai ist da. Welch netter Anlass, zusammen zu kommen und die Dorfgemeinschaft zu pflegen.

Offensichtlich gab es in letzter Zeit in der Metzgerei Wagner Beschwerden, weshalb sich die Familie offensichtlich zu einer Rechtfertigung gezwungen fühlt. Glücklicherweise gibt es ja das wöchentliche Printblog, das macht die ganze Sache etwas einfacher.
Männer wollen Spaß. Männer bauen Toiletten. Ein Industriesegment, das weiterhin von Männern beherrscht wird, denke ich. Dementsprechend macht man sich auch Gedanken darüber, wie man Männern den Toilettengang netter gestalten kann, für Frauen baut man seit Jahrzehnten die selbe Art von Toilette (denke ich zumindest, ich konnte noch nicht allzu viele Erfahrungen sammeln).
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Es ist erschreckend, wie sehr man von gewissen Ereignissen beziehungsweise Erinnerungen verfolgt wird. Vor nicht allzu langer Zeit berichtete ich über die Ästhetik mancher Kneipenbesucher und schon gestern sah ich mich an jenen Abend denkend im Little Rock in der großen Stadt sitzen.
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Habe den gesamten Abend in einem Raucherraum verbracht, der eigentlich ein Nebenraum sein sollte, aber... naja, lassen wir das, wir wollen ja niemanden verpetzen.
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Ein sehr eigenes Völkchen wie das unsere zeichnet sich nicht nur durch für Außenstehende seltsam anmutende Traditionen, Gewohnheiten oder Verhaltensweisen aus, sondern auch durch einen ganz speziellen Stolz. Es ist schön, einer Gemeinschaft anzugehören. Man teilt vieles, man kann stolz auf eigene Leistungen sein und man entwickelt mit der Zeit Eigenheiten.
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Obwohl ich mich dunkel an helle Sommertage meiner Kindheit erinnere, die mir ein Eis am Stiel aus der hauseigenen Kühlbox bescherten, kann ich mittlerweile keinen Bezug mehr zwischen Kneipennamen und angebotener Dienstleistung herstellen.
Heute Nachmittag fahre ich ins Dorf, um ein paar Besorgungen zu machen. Am Straßenrand, gegenüber des Supermarktes, fällt mir eine Gruppe von Männern auf, die begeistert über die Straße auf das Dach des Nachbarhauses des Supermarktes schauen. Ich parke, steige aus und versuche so unauffällig wie möglich einen Blick auf besagtes Dach zu erhaschen. Ich linse, schaue, starre, recke meinen Hals, verändere meinen Standort, nutze jedes Gelenk meines Körpers um herauszufinden, was dieses Dach so besonders macht. Gleichzeitig arbeiten meine Synapsen in nahezu übermenschlichem Engagement daran, einen Vergleich zum möglicherweise veränderten Dach der Vergangenheit herzustellen. Nichts davon hilft. Im Gegenteil. Ich muss mich mit einem netten Lächeln und einem Kopfnicken zum Gruße bei den fünf Männern auf der anderen Straßenseite sogar noch für mein behämmertes Verhalten rechtfertigen und beschließe, dass mich das alles gar nicht erst interessieren sollte.
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Einen konkurrenzlosen, einigermaßen gut sortierten Supermarkt gibt es bei uns im Dorf. Hier treffen Groß und Klein, Dick und Dünn, Alt und Jung, Männlein und Weiblein zusammen, was gerne zur ein oder anderen seltsamen Situation führen kann. Das schöne daran ist, dass man sein Gegenüber in fast jedem Fall kennt.
Außerdem gibt es in diesem Markt eine kleine aber feine Besonderheit, die ihn ein wenig von anderen Märkten unterscheidet: Es besteht ein striktes Verkaufsverbot von Alkohol und Tabakwaren an Minderjährige. Ist der Kunde unter 18 Jahren jung, kann er nicht mal ein 0,001 % Bier erwerben, selbst wenn er noch so bittet und bettelt. Nicht mal Biermixgetränke werden verkauft, sofern man nicht alt genug ist. Kürzlich traf ich auf zwei junge Bekannte, die immerhin geradeso 16 Jahre alt sind.
P/T: Achso, das wussten wir nicht... Pause aber woanders geht das auch!
Verkäuferin: Ja, das haben wir auch ganz neu eingeführt...
P/T: Ja, aber das ist doch nur Colabier!
Verkäuferin: Tut mir Leid, die Chefin ist auch nicht da. Ich kann da wirklich nichts machen!
P/T: schlendern etwas kleinlaut zur Getränkeabteilung zurück, um ihren Sixpack wieder abzustellen. Halten plötzlich inne und wenden sich an mich:
Du bist doch über 18! Kannst du uns das nicht kaufen?
Meine Überlegenheit auskostend und mich nebenbei vor Scherereien mit den Eltern schützend, habe ich sogar das großzügige Angebot einer investitionslosen Beteiligung an der in weite Entfernung gerückte Erungenschaft abgelehnt.
Als ich den Markt bereits wieder am verlassen war, schlenderten die beiden immernoch in offensichtlicher Erwartungshaltung in auffälliger Nähe zu den Getränken herum. Offensichtlich warteten sie noch immer auf einen Investor.
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